Zahnimplantat trotz Rauchen, Diabetes oder Parodontitis: Geht das, auch in der Türkei?
Meistens ja, aber der Plan ändert sich. Rauchen verdoppelt in etwa die Wahrscheinlichkeit, dass ein Implantat verloren geht. Ein gut eingestellter Diabetes macht kaum einen messbaren Unterschied, ein schlecht eingestellter schon. Eine Parodontitis muss behandelt und stabil sein, bevor irgendetwas gesetzt wird. Osteoporose ist selten das Problem, manche Medikamente dagegen schon. Nichts davon lässt sich anhand eines Fotos entscheiden: Es wird anhand Ihrer Krankengeschichte, Ihres Röntgenbilds und eines offenen Gesprächs entschieden.
Die Kurzfassung, Punkt für Punkt
| Ihre Situation | Was die Studienlage sagt | Was das für Ihren Plan heißt |
|---|---|---|
| Sie rauchen | Etwa doppelt so hohe Verlustrate wie bei Nichtrauchern, dazu mehr Infektionen und mehr Knochenabbau am Implantat | Möglich. Vor dem Eingriff aufzuhören und während der Einheilung rauchfrei zu bleiben, bringt mehr als alles andere |
| Diabetes, gut eingestellt | Kein signifikanter Unterschied beim Implantatverlust in einer systematischen Übersichtsarbeit | Möglich. Bringen Sie Ihren aktuellen HbA1c-Wert mit |
| Diabetes, schlecht eingestellt | Langsamere Heilung, höheres Infektionsrisiko | Warten, bis er eingestellt ist; wann das der Fall ist, entscheidet Ihr Diabetologe |
| Parodontitis | Höheres Risiko für Implantatverlust und Periimplantitis | Erst behandeln, dann implantieren, danach lebenslang regelmäßige Nachsorge |
| Osteoporose | Kein Unterschied bei der Implantatüberlebensrate in einer Metaanalyse | Möglich. Nennen Sie uns genau, welches Medikament Sie wie lange nehmen |
| Blutverdünner | Eine Frage des Blutungsmanagements, nicht der Einheilung | Möglich. Niemals eigenmächtig absetzen; der Zeitpunkt wird mit Ihrem verordnenden Arzt abgestimmt |
| Alter über 65 | Das Alter allein ist kein Risikofaktor | Möglich. Es entscheiden Allgemeingesundheit und Knochen, nicht das Geburtsdatum |
| Unter 18 | Der Kiefer wächst noch | Warten, bis das Wachstum abgeschlossen ist |
Kann ich als Raucher ein Zahnimplantat bekommen?
Ja, aber Sie sollten die Zahlen kennen. Eine Metaanalyse von Chrcanovic und Kollegen hat mehr als hundert Studien zusammengeführt: 6,35 % der bei Rauchern gesetzten Implantate gingen verloren, bei Nichtrauchern 3,18 %. Raucher hatten außerdem mehr Infektionen nach dem Eingriff und verloren mit der Zeit mehr Knochen um ihre Implantate.
Der Grund ist die Durchblutung. Ein Implantat heilt ein, weil Knochen an seine Oberfläche anwächst, und dafür braucht es Sauerstoff und eine gute Durchblutung des Zahnfleischs. Nikotin verengt die kleinen Blutgefäße, Kohlenmonoxid besetzt im Blut den Platz, den der Sauerstoff braucht, und der Rauch selbst reizt die Wunde. Entscheidend sind die ersten Wochen, denn in dieser Zeit verbindet sich der Knochen mit dem Implantat oder eben nicht.

Üblich ist die Empfehlung, vor dem Eingriff aufzuhören und während der Einheilzeit rauchfrei zu bleiben; wie lange das für Sie bedeutet, entscheidet Ihr Chirurg. Nur zu reduzieren hilft nicht so viel, wie viele hoffen. E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind ebenfalls kein Freifahrtschein, denn Nikotin ist einer der Verursacher; die Studienlage dazu ist dünner, behandeln Sie sie rund um den Eingriff also wie Zigaretten.
Wenn Sie stark rauchen und nicht aufhören wollen, sagen Sie es. Das ist keine moralische Frage, sondern eine Planungsfrage. Bei einer Einzelzahnlücke ist eine Brücke vom Rauchen unbeeindruckt und womöglich schlicht die bessere Wahl; wann das so ist, zeigt unser Vergleich Implantat, Brücke oder Prothese.
Kann ich mit Diabetes ein Zahnimplantat bekommen?
Bei guter Einstellung ist die Studienlage beruhigend. Eine systematische Übersichtsarbeit im Journal of Dental Research verglich Patienten mit und ohne Diabetes und fand keinen statistisch signifikanten Unterschied beim Implantatverlust; das relative Risiko lag bei 1,07. Festgestellt wurde ein etwas stärkerer Knochenabbau um die Implantate von Diabetikern. Das ist ein Grund für sorgfältige Nachsorge, kein Grund für eine Ablehnung.
Das entscheidende Wort ist Einstellung. Ein hoher Blutzucker verlangsamt die Wundheilung und begünstigt Infektionen; deshalb wird der Eingriff in eine Phase gelegt, in der Ihr Diabetes stabil ist. Die Zahl, die das zeigt, ist Ihr HbA1c, der Drei-Monats-Wert, den Ihr Diabetologe ohnehin bestimmt. Schicken Sie den aktuellen Wert zusammen mit Ihrem Röntgenbild. Was für Sie als gut eingestellt gilt, entscheidet Ihr Arzt, nicht wir und nicht eine Website.
Am Tag des Eingriffs bleiben Sie bei Ihrer gewohnten Medikation und Ihren Mahlzeiten, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt, und nehmen nach Möglichkeit einen Vormittagstermin. Implantate werden in örtlicher Betäubung gesetzt; Sie müssen nicht nüchtern sein.
Kann ich mit Parodontitis ein Zahnimplantat bekommen?
Nicht, solange sie aktiv ist. Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung, die den Knochen zerstört, der die Zähne hält, und dieselben Bakterien greifen auch den Knochen an, der ein Implantat hält. Eine Metaanalyse ergab für Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte ein höheres Risiko für Implantatverlust (relatives Risiko 1,69) und für Periimplantitis, die Parodontitis am Implantat (relatives Risiko 2,17).
Die Reihenfolge steht deshalb fest: Zuerst wird das Zahnfleisch behandelt, dann das Ergebnis kontrolliert, und erst danach wird ein Implantat geplant. Viele Menschen haben den Zahn überhaupt erst durch Parodontitis verloren; das macht diesen Absatz zum wichtigsten dieses Ratgebers. Wenn Ihr Zahnfleisch beim Putzen blutet, wenn Zähne locker geworden oder gewandert sind oder wenn Ihnen "Taschen" attestiert wurden, lassen Sie das zu Hause behandeln, bevor Sie einen Flug buchen. Das ist langwierige Arbeit, die sich nicht in eine Urlaubswoche pressen lässt.
Danach braucht das Implantat, was auch die Zähne gebraucht hätten: gründliche tägliche Reinigung der Zwischenräume und eine professionelle Zahnreinigung in regelmäßigen Abständen bei Ihrem Zahnarzt zu Hause. Ein Implantat bekommt keine Karies, aber Zahnfleisch und Knochen darum können genauso verloren gehen wie an einem Zahn.
Kann ich mit Osteoporose ein Zahnimplantat bekommen?
Die Osteoporose selbst ist selten das Hindernis. Eine Metaanalyse aus fünfzehn Studien fand keinen Unterschied in der Implantatüberlebensrate zwischen Patienten mit und ohne Osteoporose, lediglich einen etwas stärkeren Knochenabbau am Implantathals.
Anders ist es bei den Medikamenten. Wirkstoffe, die den Knochenumbau bremsen, also Bisphosphonate wie Alendronat und die Denosumab-Spritze, stehen mit einer seltenen, aber ernsten Komplikation in Verbindung, bei der der Kieferknochen nach einem Eingriff nicht heilt. Das Risiko ist bei den Tabletten gegen Osteoporose gering und bei den hoch dosierten Infusionen in der Krebstherapie deutlich höher. Nennen Sie uns den Namen des Medikaments, die Dosis und die Einnahmedauer. Ob und wann operiert wird, wird mit dem Arzt abgestimmt, der es verordnet. Setzen Sie das Medikament nicht eigenmächtig ab.
Blutverdünner, Herzerkrankungen und andere Medikamente
Eine Implantation ist ein kleiner chirurgischer Eingriff und lässt sich bei den meisten Menschen unter Blutverdünnern mit lokalen blutstillenden Maßnahmen sicher durchführen. Was nie passieren darf: dass Sie ein gerinnungshemmendes Medikament vor der Reise eigenmächtig absetzen. Das Risiko eines Gerinnsels ist weit ernster als das eines blutenden Zahnfleischs. Sagen Sie uns, was Sie einnehmen, und lassen Sie Ihren verordnenden Arzt entscheiden, wie der Termin gelegt wird.
Einige Situationen bedeuten tatsächlich warten oder etwas anderes wählen: eine Bestrahlung im Kiefer- oder Halsbereich, eine laufende Chemotherapie, ein kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine Schwangerschaft und jede Erkrankung, die aktuell nicht eingestellt ist. Nichts davon schließt den Zahnersatz aus. Ausgeschlossen ist nur ein planbarer Eingriff zum jetzigen Zeitpunkt.
Und wenn zu wenig Knochen vorhanden ist?
Das ist das häufigste Hindernis überhaupt, und es ist keine Krankheit. Nach einem Zahnverlust baut sich der Knochen, der den Zahn gehalten hat, langsam ab, und im Oberkiefer liegt die Kieferhöhle dicht über den Seitenzähnen. Wo der Knochen zu dünn ist, lässt er sich oft vor oder während der Implantation mit einem Knochenaufbau oder einem Sinuslift wiederherstellen. Das verlängert die Heilungszeit und kann den Ablauf mit zwei Aufenthalten verändern. Man sollte es also vor der Buchung wissen, nicht nach der Landung.

Ob es Sie betrifft, sieht man auf einer Aufnahme, nicht auf einem Foto. Wenn Sie ein aktuelles Panoramaröntgenbild oder eine DVT-Aufnahme von zu Hause haben, schicken Sie sie mit. Bei Menschen, die jahrelang eine Prothese getragen und viel Knochen verloren haben, wird oft gerade deshalb All-on-4 geplant: Die schräg gesetzten Implantate nutzen den Knochen, der noch vorhanden ist.
Bin ich zu alt für Implantate?
Nein. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht; auch mit über siebzig oder achtzig werden routinemäßig Implantate gesetzt. Es zählen Allgemeingesundheit, Medikamente und Knochen, und alles wird individuell beurteilt. Die einzige Altersgrenze liegt am anderen Ende: Implantiert wird erst, wenn das Kieferwachstum abgeschlossen ist, in der Regel ab 18 Jahren.
Was Sie schicken sollten, damit Ihr Plan ehrlich ausfällt
- Zwei oder drei Fotos Ihrer Zähne und, falls vorhanden, ein aktuelles Panoramaröntgenbild.
- Eine Liste aller Medikamente mit Dosierung. Ein Foto der Packungen oder Ihres Medikationsplans genügt.
- Bei Diabetes: Ihr aktueller HbA1c-Wert mit Datum.
- Ob und wie viel Sie rauchen. Niemand hält Ihnen einen Vortrag; es verändert den Plan.
- Was Ihnen über Ihr Zahnfleisch gesagt wurde und wann es zuletzt behandelt wurde.
- Herzerkrankungen, Bestrahlungen sowie Behandlungen wegen Osteoporose oder Krebs.
Schicken Sie alles per WhatsApp an +90 530 575 47 18. Dt. Mustafa Yunusoğlu sieht die Unterlagen persönlich durch, und Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden einen schriftlichen Behandlungsplan. Wenn Implantate für Sie im Moment nicht die richtige Antwort sind, steht das im Plan, zusammen mit der Alternative. Die Implantation führt in der Klinik ein auf Implantologie spezialisierter Zahnchirurg durch, mit Implantaten von Nobel Biocare und Straumann und 10 Jahren schriftlicher Garantie auf das Implantat.
Die Seite Zahnimplantate erklärt die beiden Aufenthalte (3‑5 Tage, nach 2‑4 Monaten Einheilzeit weitere 4‑7 Tage), unser Ratgeber zu Zahnimplantaten beschreibt den Eingriff Schritt für Schritt, der Beitrag Schwimmen, Sonne und Fliegen nach der Zahnbehandlung behandelt die ersten Tage danach, und alles Weitere finden Sie in den FAQ und auf der Seite Kontakt.
Häufig gestellte Fragen
Gehen Implantate bei Rauchern häufiger verloren?
Ja, etwa doppelt so häufig. In einer Metaanalyse aus mehr als hundert Studien gingen 6,35 % der bei Rauchern gesetzten Implantate verloren, bei Nichtrauchern 3,18 %; Raucher hatten außerdem mehr Infektionen und mehr Knochenabbau am Implantat. Vor dem Eingriff aufzuhören und während der Einheilzeit rauchfrei zu bleiben, ist das Wirksamste, was ein Raucher tun kann. Über den genauen Zeitraum entscheidet Ihr Chirurg.
Sind Implantate bei Diabetes möglich?
Ja, wenn der Diabetes gut eingestellt ist. Eine systematische Übersichtsarbeit fand keinen statistisch signifikanten Unterschied beim Implantatverlust zwischen Patienten mit und ohne Diabetes (relatives Risiko 1,07); der Knochenabbau am Implantat war allerdings etwas stärker. Ein schlecht eingestellter Blutzucker verlangsamt die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko, deshalb wird der Eingriff in eine stabile Phase gelegt. Schicken Sie Ihren aktuellen HbA1c-Wert zusammen mit dem Röntgenbild.
Kann ich nach einer Parodontitis Implantate bekommen?
Ja, sobald sie behandelt und stabil ist. Eine Parodontitis in der Vorgeschichte erhöht das Risiko für Implantatverlust (relatives Risiko 1,69) und für Periimplantitis (2,17); deshalb wird zuerst das Zahnfleisch behandelt und das Implantat danach geplant. Anschließend braucht das Implantat gründliche tägliche Pflege und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt zu Hause.
Spricht Osteoporose gegen Implantate?
Die Osteoporose selbst nicht: Eine Metaanalyse fand keinen Unterschied in der Implantatüberlebensrate zwischen Patienten mit und ohne Osteoporose. Wichtiger sind die Medikamente. Bisphosphonate und Denosumab stehen mit einer seltenen Störung der Kieferknochenheilung nach Eingriffen in Verbindung. Nennen Sie Ihrem Chirurgen Wirkstoff, Dosis und Einnahmedauer, und setzen Sie das Medikament nie eigenmächtig ab.
Muss ich meine Blutverdünner vor der Implantation absetzen?
Niemals eigenmächtig. Die Implantation ist ein kleiner Eingriff, und eine Blutung lässt sich in der Regel lokal beherrschen; ein Gerinnungshemmer, der ohne ärztlichen Rat abgesetzt wird, kann dagegen ein Gerinnsel verursachen. Teilen Sie der Klinik genau mit, was Sie einnehmen, und lassen Sie den verordnenden Arzt entscheiden, wie der Termin gelegt wird.
Gibt es eine Altersgrenze für Zahnimplantate?
Nach oben nicht. Es entscheiden Allgemeingesundheit, Medikamente und Knochenangebot, nicht das Geburtsjahr; auch mit über siebzig oder achtzig werden routinemäßig Implantate gesetzt. Die untere Grenze ist der Abschluss des Kieferwachstums, in der Regel ab 18 Jahren.
Was geschieht, wenn der Knochen für ein Implantat nicht reicht?
Oft lässt sich der Knochen vor oder während der Implantation mit einem Knochenaufbau oder einem Sinuslift wiederherstellen; das verlängert die Heilungszeit und kann den Ablauf mit zwei Aufenthalten verändern. Ob es nötig ist, zeigt eine Aufnahme, kein Foto; schicken Sie also ein aktuelles Panoramaröntgenbild mit, falls vorhanden. Bei starkem Knochenverlust wird oft All-on-4 geplant, weil die schräg gesetzten Implantate den verbliebenen Knochen nutzen.
Quellen
- Chrcanovic et al. (2015), J Dent: Smoking and dental implants, systematic review and meta-analysis
- Chrcanovic et al. (2014), J Dent Res: Diabetes and oral implant failure, systematic review
- Sgolastra et al. (2015), Clin Oral Implants Res: Periodontitis, implant loss and peri-implantitis, meta-analysis
- de Medeiros et al. (2018), Int J Oral Maxillofac Surg: Dental implants in patients with osteoporosis, systematic review with meta-analysis
- Oral Health Foundation: Dental implants
- European Federation of Periodontology: information for patients